Nature
Prolog

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Lautes Lachen von Kindern unterbrach das fröhliche Zwitschern von Vögeln.
Ein neunjähriger, kleiner Junge mit wüstem blonden Haar lief herzhaft lachend über die Grünfläche des heiligen Tempels der Stadt, der sich auf einem Hügel befand und in dessen Mitte ein wunderschöner Garten lag.
Ein Junge, der wahrscheinlich ein, zwei Jahre älter und dementsprechend ein paar cm größer war und schwarzes, wirres Haar besaß rannte ihm ebenfalls lachend hinterher.

„Nghan...D-du ack~ kriegst mich nie, du... du aghn,,,du lahme Kröte“, feixte der Blonde, dessen weißes Gewand seinen zierlichen Körper sanft bedeckte und welches verriet, dass er dem Adel angehörte.

„Verlass’ dich darauf nicht zu früh“, erwiderte der andere, dunkelhaarige Junge, der elf Jahre alt war, als auf einmal ein dumpfer Knall ertönte und das Lachen des Jüngeren verstummte. Stattdessen erklang ein leises Schluchzen. Geschockt schnellte der Schwarzhaarige zu seinem kleinen Freund, sank neben ihm geschickt in die Hocke und strich ihm behutsam über den Rücken.

„Tweek, hast du dich verletzt?“
„Nghn... M-mein Knie…“

Vorsichtig drehte der Größere seinen besten Freund um und half ihm in eine sitzende Position. Dann besah er sich besorgt die Wunde.

„Ist nur ein kleiner Kratzer… keine Angst, wenn du einmal verheiratet bist ist das weg“, wiederholte Craig die Worte die er von seinem Vater gelernt hatte und wollte den Blondschopf aufmuntern. Doch statt eines Lächelns traten nur noch mehr Tränen aus den goldbraunen Augen.

„Wieso weinst du denn?“
„Ngahn... das ist u-unfair! M-mich heiratet doch sowieso nie j-jemand, ack!“
„Doch natürlich! Ich!“

Sofort versiegten die Tränen.

„V-versprochen?“
„Versprochen“.

~+~

Lächelnd saß der 16jährige Tweek auf der Mauer, die die Trainingarena umrandete und sah dabei zu, wie sein bester Freund mit einen von seines Vaters Soldaten trainierte.

Geschickt wich der Schwarzhaarige nach hinten aus, spürte den heißen Sand unter seinen Füßen und konzentrierte sich auf das Schwert seines Gegners.
Kurz darauf attackierte er ihn selbst mit seinem Schwert, so dass der stämmige Mann in den Sand fiel und der junge Krieger in Ausbildung sein Schwert an seinen Hals gelegt hatte.

„Hah! D-du wirst immer...mhhh- b-besser“, lobte Tweek seinen Freund, der zu ihm gekommen war und sich völlig außer Atem neben ihm gegen die Mauer gelehnt hatte. Schweiß rann ihm von der Stirn.
„Danke… Aber ich muss noch viel trainieren, wenn ich einmal so gut werden will wie mein Vater“, erwiderte der inzwischen 18jährige Craig und musterte Tweek aus den Augenwinkeln.
Schweigen trat ein, bis der ältere Soldat sich mit einer Verbeugung vor Tweek verabschiedete.

„Mhhh... S-sag...mal...E-erinnerst du dich nghn... n-noch ein ack~...dein Versprechen, Craig?“
„Wie könnte ich das jemals vergessen?“
„Vater will mich verloben“.
Voller Schock weiteten sich die blauen Augen des Älteren.
„Mit der Tochter aghn... des Kaisers von K-karthago, ack.. U-um den Frieden zu bewahren...mhh nghn... sagte er…“
Craig presste die Lippen aufeinander.
„Ich werde bei deinem Vater um deine Hand anhalten. Heute noch“, beschloss der Schwarzhaarige entschlossen und wollte sich auf den Weg zum Kaiser machen, als ihn Tweek daran hinderte, indem er ihm am Arm zurück zog.
„Craig, das wird er n-nie erlauben… nghn...D-du kennst Vater! Du... du bist ein Krieger… k-kein ack~ Prinz und dann noch ein Mann! … Er wird dich nicht als ebenwürdig ansehen! Nghn~“.

Stille trat ein.
Keiner der beiden wagte das Schweigen zu durchbrechen und doch sagten ihre Blicke mehr als tausend Worte.

Craig holte tief Luft.
„Ich lasse nicht zu, dass er dich gegen deinen Willen mit einer Person verlobt, die du nicht mal kennst. Mag sein, dass er einen Krieger nicht als Schwiegersohn anerkennt, aber einen Helden muss er ehren!“.

~+~

Ein leises Schluchzen erfüllte den dunklen Raum.
Nur die Kerze, die auf dem Schreibtisch stand spendete ein wenig Licht, damit man nicht gänzlich in der Finsternis verschwand.

„D-das darfst du nicht tun“, hauchte die Tränenerstickte Stimme des Blonden.
Er saß zusammen mit seinem besten Freund auf dem Bett. Der Kopf des Schwarzhaarigen war auf seinen Schoss gebetet, seine Augen waren geschlossen und ein leichtes Lächeln lag auf seinen Lippen. Sanft strich Tweek durch das schwarze Haar, während Craig seine andere Hand in der seinen hielt.
„Hör auf zu weinen, Tweekers“, flüsterte er leise und entlockte dem Kleinen damit nur ein weiteres Schluchzen.

„Du wirst sterben“, wisperte der junge Prinz verzweifelt.
Eine Träne tropfte auf das Gesicht des Dunkelhaarigen und er schlug die Augen auf.
Immer noch lag das Lächeln auf seinen Lippen. Langsam richtete er sich auf und legte seine Hand an die Wange des Kleineren.
„Ich werde nicht sterben, Tweek. Ich darf mein Versprechen doch schließlich nicht brechen“

Laut schluchzend warf sich Tweek seinem besten Freund an dem Hals.
Vielleicht war es das Letzte Mal, dass er ihn umarmen konnte…


Tweek ist der Sohn des Kaisers Phillip II von Makedonien.
Craig hingegen ist ein Waisenjunge, der von seinem Ziehvater, einem einfachen Soldaten aufgezogen wurde.
Die beiden kennen sich bereits seit Kindertagen und sind unzertrennliche Freunde.
Im Kindesalter gab Craig Tweek das Versprechen ihn einmal zu heiraten.
Der Kaiser hat allerdings völlig andere Pläne.
Er möchte seinen Sohn mit der Tochter des Kaisers von Karthago verloben, um den Frieden zu bewahren.

Das jedoch will Craig mit aller Macht verhindern.
Er hält bei Tweeks Vater um die Hand seines Sohnes an.
Phillip ist natürlich nicht begeistert und spottet erst darüber, dann aber schlägt er einen Vertrag vor.

Er stellt Craig eine Armee von 100.000 Mann zur Verfügung.
Wenn er es schaffen würde innerhalb der nächsten 21 Tage Karthago zu erobern und als Held gefeiert zu werden, dann würde er ihm erlauben seinen Sohn zu heiraten. Wenn aber nicht, so würde er aus Makedonien verbannt werden und Tweek müsste die Prinzessin heiraten.

Natürlich ist von vornherein klar, dass diese Mission kaum machbar ist, schließlich kommt man kaum mit dem Heer von 100.000 Mann gegen eine Stadt mit solcher Macht an.
Jedoch ist Craig davon überzeugt, dass er es mit der richtigen Strategie schaffen könnte und geht sofort darauf ein.

Bereits am nächsten Morgen zieht die 100.000 Köpfe-Armee zusammen mit Craig als Offizier los. Was Craig allerdings nicht weiß, ist, dass sich Tweek dazu geschlichen hatte, um mit ihm mit zureisen.
Erst als sie mit dem Schiff Makedonien verlassen, um nach Karthago zu reisen begegnet Craig Tweek und ist im ersten Augenblick unglaublich geschockt, jedoch können sie nicht mehr zurückreisen, da es zu viel Zeit kosten würde und somit muss er Tweek gezwungenermaßen mitnehmen.

In Karthago angekommen werden sie zugleich mit der ersten Hürde konfrontiert. Der Vorort muss eingenommen werden, um sich einen sicheren Rastplatz einzueignen.
Glücklicherweise erweist sich Craig als talentierter Taktiker und sie können den besagten Vorort ohne jegliche Probleme erobern.
Das muss natürlich erst einmal ausgelassen gefeiert werden und so lassen sie sich für einen Tag nieder, um ihren ersten Sieg zu feiern.

Jedoch haben sie die Rechnung ohne Tweeks Vater gemacht, der seine eigene Mittel benutzt, um zu verhindern, dass Craig Karthago erobern kann und seinen Sohn heiraten darf.

9.7.10 13:26
 


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